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  • Franz Durst

"S(ch)icht-Weisen-Wechsel zum Thema Barrierefreiheit"


Mein Name ist Richard Schaefer aus Linz. Von 1979 bin ich bis am 2005 ehrenamtlich im Rettungsdienst tätig gewesen. Ich habe 1993 als Gesundheits- und Kranken-Fachpfleger für Neurologie und Psychiatrie an der Landesnervenklinik Wagner Jauregg diplomiert. Es folgten an der LMU München die Sonderausbildung für Traumatologie und an der Landesnervenklinik Wagner Jauregg die Sonderausbildung für Psychosomatik! 1999 hob ich für das Österreichische Rote Kreuz bei der Lawinenkatastrophe vom Patznauntal, besser bekannt unter Galtür, die KrisenIntervention und die Stress-Verarbeitung nach belastenden Einsätzen/Ereignissen für die Einsatzkräfte aus dem Blaulichtbereich aus der Taufe. Am 21. Oktober 2005 wurde ich völlig unverschuldet als Leiter des KrisenInterventionsteam der Rot Kreuz Bezirksstelle Linz-Stadt auf dem Heimweg meinem 125. Einzel-KI-Einsatz sehr schwer verunfallt! Ich habe eine Paraplegie (Querschnittlähmung ab dem Bauchnabel) und eine nur noch nur noch teilweise funktionierende Schulterprothese. Jedoch sind diese beiden Punkte eher die kleineren Hindernisse in meinem Leben. Ich gehe in meinem Betrag nicht auf bauliche „Barrierefreiheit“ in öffentlichem Raum und Gebäuden ein, sonst würde dies einen Artikel sprengen. Ich möchte gerne über Barrieren erzählen, schreiben, die die Meisten nicht sehen, welche und aber das Leben extrem schwer machen. Für mich trat die ersten schweren Veränderungen meines Lebens während meiner mehrjährigen Erst-Reha ein. Vieles war nicht mehr wie vorher. Eh klar; oder. Aber der Paradigmenwechsel trat dann erst so richtig ein, wie ich allein in meiner Wohnung lebte! Ja in der Früh kam für als allernötigste wie Unterstützung bei der Körperpflege - ein Mobiler Pflegdienst für 45 Minuten vorbei! Auch wenn ich mich in den 35 Monate – bis aus einer Sicht meine Erst-REHA abgeschlossen war - optimal vorbereitet hatte musste ich durch in bzw. durch eine harte Schule lernen: „Warum „barrierefrei nicht barrierefrei ist“ – „Barrierefrei mehr als Freiheit als Barriere ist“ bzw. Welche Vielfalt und Möglichkeiten ich an Barrieren kennenlernte über die wir nicht aufklärend vorbereitet wurden oder sie übahapts nicht auf dem Radar hatten. Das fängt schon im Intimbereich an. Wenn ich auf Grund der schwere meiner Einschränkungen bei der Körperpflege und beim An- & Umkleiden auf Hilfe angewiesen bin. Mitten am Vormittag hat man, warum auch immer plötzlich Durchfall. In der Pflegedienstzentrale anrufend erfahre ich: Also Momentan haben wir keine Pflegekraft zur Verfügung die ihnen hilft. Bewegen sie sich möglichst wenig. Gegen 16 Uhr, wenn die NM Turnus beginnt kann am Anfang wer bei Ihnen vorbei kommen. Ich möchte jetzt die möglichen medizinischen Folgen mehrere Stunden bei eventuell sensibler Haut im aggressiven Stuhlgang zu sitzen jetzt nicht weiter ausführen. Ich erlebe es immer wieder wenn ich unterwegs bin, dass das Zimmer meiner, inzwischen notwendigen, 24 Std. Assistenz genauso ausgeführt ist, aber ich zw. 30 – 40% mehr für mein Rollstuhlgerechtes Zimmer zahle. Wir haben die letzten Jahre mehrmals erlebt, dass das Zimmer barriereärme und für mich viel einfacher zu nutzen war wie das „barrierefreie Zimmer“! Eine Italiensche (flache und stufenlose) Dusche macht ein Zimmer nicht per se zu einem barrierefreien Hotelzimmer! Es immer wieder betont wie toll unser Gesundheitssystem sei. Ja gerade jetzt - in der „SARS Covid-19“-Pandemie konnten wir sehen dass wir im großen und ganzen ein sehr gutes System haben. Auch wenn viele kognitiv eingeschränkte Mitmenschen die Besuchsverbote in den Krankenhäuser als Willkür und Machtmissbrauch betrachten. Als ehemaliger Diplomierter Gesundheits- & Krankenpfleger bzw. Pflege-Therapeut weiß ich auch wie gut wir aufgestellt sind. Trotzdem gibt es in Ausbildung & Wissen für uns Menschen mit einer Behinderung genug Barrieren, Hindernisse und Probleme. Viele von uns würden viel lieber sich z.B. in einem AUVA Reha-Zentrum operieren lassen. Das Dem Pflegeperson können wir vertrauen. Einziges Manko dort gibt es nicht alle OP-Arten. Sehr viele Mitbetroffene drängen nach erfolgreicher OP so schnell wie möglich (auch vorzeitig) in ein RehaZentrum. Warum … da das Kranken- & Pflegepersonal mit der Multiblität mehrer Einschränkungen bei doch selbstbestimmten und überwiegend selbstständigen Patienten und Patientinnen an ihr Anschlag-Limit kommen. Da geht nix mehr mit erlernter Routine. Ich persönlich hab´ da dann noch zusätzlich das Problem, dass ich – warum auch immer – mir 2014 in einem Krankenhaus bei einer größeren OP den multi- & therapieresistenten Krankenhauskeim MRSA „eingefangen“ habe! Dies macht es stets zu einer neuerlichen Herausforderung und der der Notwendigkeit einer Isolierten Aufnahme, wenn ich stationäre im Krankenhaus bleiben muss/soll! Mal schnell irgend wohin einen Tagesausflug oder eine Zugreise zu machen klingt doch toll. Aber auch dies birgt ebenfalls eine Reihe von Barrieren. Es gibt nur weit verstreut Kabinenlifte in die man mit einem Rollstuhl rein kann. Bummelzüge haben oft einen zu schmalen Einstig; sofern es überhaupt eine Einstieghilfe gibt. Viele Rollstuhlreisende konnten in den letzten Jahren in Berlin nicht aussteigen, weil es zu wenige bzw. gar keine Personen der Ein-/Ausstiegshilfe zur Verfügung gab. Mein persönliches Highlight im Autoreisezugurlab nach Hamburg war 2019! Zwei Tage vor der Rückreise wurde ich informiert, dass der Zugwaggon mit dem Mobilitätsabteil aus techn. Gründen. Ausfällt. dDie nächsten Tage seien ausgebucht und ich könne in 6 – 7 Tagen! Entweder auf die auf die Schnelle Mitte August ein barrierefreie für mich passendes Hotelzimmer und ein Zimmer für die Assistenzperson. Suchen. Das Geld hatte ich als kleiner IV-Pensionist natürlich nicht. Nun war die Herausforderung mit dem Auto von Hamburg nach Linz zu fahren. Da ich jedoch nur 4 – 4 ½ Stunden ohne Pause im Rollstuhl sitzen darf und dann vier Stunden liegen muß bevor ich wieder 4 ½ Std mobil sein kann, war es auch nicht leicht ein passendes Hotelzimmer im passenden Wegabschnitt aus dem Ärmel zu zaubern! Und die ganze SARS CoVid-19 G´schicht hat aber auch eine Barriere in´s Lampenlicht geschoben, die die meisten so NICHT auf ihrem Radar hatten. So wie der Mehrheit der Gesellschaft in den letzten Jahrzehnte die jährlichen Grippe-Toten überhaupt nicht am Radar hat, schenkte man die vielen 24 Std. Assistenten – Betreuerinnen kaum Aufmerksamkeit! Ja sie waren da – JA sie machten bei den Alten oder Personen mit einer Behinderung die Arbeit zu einem Preis zu dem in Österreich niemand arbeiten würde. Wir, die auf diese 24 Std. Assistenten – Betreuerinnen könnten sich Österreichische Kräfte gar nicht bezahlen, dass unsere Bedürfnisse als eine bekannte Barriere in den schwarzen Löchern unseres Sozialsystems verschwunden sind. Aus meiner Sicht sind wir wesentlich mehr als die kolportierten 33 Personen á 2 Betreuungspersonen! Ich danke für die Einladung das Thema Barrieren – Barrierefreiheit auch einmal von einer etwas anderen Seite beleuchten zu dürfen! BARRIEREFREI ist NICHT gleich BEHINDERTENGERECHT oder PFLEGEGERECHT! Mit herzlichen Grüßen Kosulent für Soziales GKP Richard J. Schaefer mit herzlichem Gruß 

Obmann des Verein NETZWERK QUER-SCHNITT ZVR-Zahl: 255368753

Konsulent für Soziales DGKP Richard J. Schaefer

Aktivierungs- und Pflegtherapeut Ausbildung zum in BRD und Österreich zertifizierten Diplomierten Traumapädagogen 
Ausbildung zum EU weit zertifizierten Experten für barrierefreies Bauen & Wohnen                     
Barrierefreie Wohnraumberatung - gelebte barrierefreie Musterwohnung Berater im Kompetenzteam NEU beim Landesverband des OÖZIV CEO on wheels DGKP für Psychiatrie & Neurologie – Psychosomatik 
Dipl. Burn OUT Präventionstrainer
Dipl. Mental- und Motivationstrainer
Dipl. Sexualpädagoge/Sexualberater
Dipl. Lebens- und Sozialberater (Schwerpunkt Menschen mit besonderen Bedürfnissen & ihre Angehörige
Evang. Notfallseelsorger Inklusionsbotschafter Querschnitt Peer-Berater/ Peer Counselor
Psychosozialer Krisenmanager Sensibilisierungstrainer
Traumazentrierte Fachberatung/-begleitung
 Scharitzerstraße 2-4/4/20   A A- 4020 Linz/Donau 


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